Humboldt-Universität zu Berlin - Theologische Fakultät

Dezentrale Frauenbeauftragte

 

1. Allgemeine Informationen

 

Gerhild Pinkvoß-Müller

dezentrale Frauenbeauftragte der Theologischen Fakultät der HU zu Berlin

Sitz: Burgstraße 26, 10707 Berlin, Raum 427

Mail: frauenbeauftragte-theologie@hu-berlin.de

Telefon: Tel.: 030 - 2093 91709 (außerhalb der Sprechzeiten wird das Telefonat weitergeleitet)

Sprechzeit: montags 10-12 Uhr, mittwochs 12-14 Uhr und nach Vereinbarung

 

2. Vorstellung, Arbeit und Ziele der dezentralen Frauenbeauftragten

 

Herzlich Willkommen auf der Seite der dezentralen Frauenbeauftragten der Theologischen Fakultät der Humboldt Universität (HU) zu Berlin.

Im März 2019 wurde ich für zwei Jahre zur dezentralen Frauenbeauftragten der Theologischen Fakultät gewählt. Das Amt auszubauen und auf diese Weise beizutragen, die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und Chancengerechtigkeit unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenssituationen aller Fakultätsangehörigen umzusetzen, ist mein Ziel.

Dazu zählt auch, die Querschnittsaufgabe „Gleichstellung“ in Forschung und Lehre, in die Vorbereitung auf den späteren beruflichen Auftrag von Studierenden, in die Personalentwicklung und den „Alltag“ der Theologischen Fakultät zu integrieren. Dies kann gelingen, wenn „Gleichstellung“ als Leitungsaufgabe angesehen wird.

§ 59 des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) definiert das von politischer und fachlicher Weisung unabhängige Amt einer dezentralen Frauenbeauftragten. Dieser Paragraph lenkt den Blick besonders auf die Situation von Frauen. Leider sind auch an unser Fakultät Frauen in Führungspositionen, in der Lehre und daher in Entscheidungsgremien noch klar erkennbar unterrepräsentiert. Erfreulich ist die quantitative Angleichung männlicher und weiblicher Studierender und wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen.  Erfreulich ist auch die Bereitschaft, sich über Veränderungen im Rollenverständnis von Männern, Frauen und sonstigen Personengruppen, über die gemeinsame Förderung von Gleichstellung aber auch über Themen, wie den wertschätzenden Umgang, den gemeinsamen Einsatz gegen sexualisierte Belästigung und genderfeindliche Kommunikation jeglicher Art, auszutauschen. Diesen Prozess zu institutionalisieren und zu fördern, ihn in Handlungsansätze umzuwandeln, bleibt meine ständige Aufgabe.

Die persönliche Beratung, die allgemeine und auch finanzielle Unterstützung (Frauenfördermittel) aller Frauen der verschiedenen Statusgruppen in der Fakultät bildet einen Schwerpunkt des Amtes. In Absprache mit einer Förderkommission vergibt die dezentrale Frauenbeauftragte der Theologischen Fakultät Mittel zur Förderung von Frauen in der Verwaltung, im Studium, der Lehre und Forschung. Grundlage sind die im Jahr 2019 vom Fakultätsrat beschlossenen "Richtlinien zur Vergabe von Fördermitteln an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin".

Die dezentrale Frauenbeauftragte ist Mitglied im Netzwerk der Frauenbeauftragten aller Fakultäten und Zentralinstitute der HU, sodass ein fachlicher Austausch und gemeinsame Aktion möglich werden. Dabei entwickelte sich - als neue, unerlässliche Zielsetzung - ab Herbst 2019 eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen katholischen wie islamischen Zentralinstitut der HU.

In den nächsten Monaten geht es aber auch um die Diskussion, ob im aktuellen Gesetzgebungsverfahren des Berliner Abgeordnetenhauses zur Erneuerung des Berliner Hochschulgesetzes weiterhin eine „Frauenbeauftragte“ oder eine „Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte“ verankert werden kann. Unabhängig von dieser Entscheidung bleibt es, meiner Auffassung nach, der gesellschaftliche, demokratische Auftrag, für Diversität, mehr Chancengleichheit, für Schutz gegen Gewalt und Diskriminierung, für mehr Gleichstellung - unter besonderer Beachtung der Situation von Frauen - aktiv einzustehen.

 

3. Gleichstellung an der Evangelischen Theologischen Fakultät

 

Die Theologische Fakultät bekennt sich zu Diversität und Chancengleichheit. Vielfalt und Individualität aller Personen zu fördern wie gleichermaßen wertzuschätzen – sie als Chance und Bereicherung wahrzunehmen – ist die Intention ihrer Gleichstellungs- und Diversitätskultur.

Eine aktive Frauenförderung sowie der Abbau struktureller Hürden für Frauen sind dabei ein wichtiger Bestandteil; dies gilt für den Bereich der Mitarbeiter*innen ebenso wie für Studierende und Professor*innen.  Die aktuelle Geschlechterverteilung unter den Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und den Professor*innen spiegelt dies Bemühen wieder:

Der Frauenanteil aller Studierenden lag im Berichtszeitraum SoSe 2017 bis SoSe 2020 im Mittel bei 55 Prozent; ein ähnliches Bild zeigt die Statistik der Promotionsstudierenden: der Frauenanteil im WiSe 2017/18 betrug 63 Prozent, im SoSe 2019 59 Prozent. Die Anzahl der Professorinnen an der Theologischen Fakultät stieg zum Wintersemester 2020/21 von zwei auf vier Professorinnen. Dass hier eine weitere Veränderung zugunsten der weiblichen Professorinnen angesagt sein muss, ist Konsens.

Durch einen fakultätsbezogenen Rahmenplan zur Gleichstellung, der alle zwei Jahre evaluiert wird, stehen sowohl die tatsächliche Gleichstellung aller Geschlechter, wie auch die Überwindung einer Unterrepräsentanz und strukturellen Benachteiligung von Frauen, stetig im Fokus. Als dezentrale Frauenbeauftragte der Theologischen Fakultät unterstütze und stärke ich gerne diese Ziele.  Ich bin kooptiertes Mitglied der Gleichstellungskommission und habe Stimmrecht bei allen die Frauen der Fakultät betreffenden Angelegenheiten.

 

4. Kooperationen mit anderen Einrichtungen der HU

 

In Kooperation mit den dezentralen  Frauenbeauftragten erarbeitet die hauptberufliche, zentrale Frauenbeauftragte mit ihrem Mitarbeiterinnenstab strukturelle und individuelle Maßnahmen sowie Vorschläge zur ganzheitlichen Entwicklung einer Chancengleichheit für Frauen auf allen Ebenen der HU.

Das Familienbüro der HU ist die zentrale Koordinations- und Anlaufstelle für das Thema Familiengerechtigkeit. Es unterstützt bei der Suche nach individuellen Lösungen in Bezug auf Familie, Studium (z.B. Vereinbarkeit von Studium und Familie, Promotion und Familie), Beruf und Pflege von Angehörigen.

Eine fachbezogene Zusammenarbeit besteht auch mit dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der HU. Für Studierende von Interesse: in einem fakultätsübergreifenden Veranstaltungskalender können auf der Website des Zentrums viele Gender-Veranstaltungen (auch Vorlesungen und Seminare), die an der Humboldt-Universität stattfinden, eingesehen werden.

Im Herbst 2019 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft „Gender in den Theologien“ aus Mitgliedern der Theologischen Fakultät, des Berliner Instituts für Islamische Theologie und des Instituts für Katholische Theologie. Ziel ist die Vernetzung von Forschung und Lehre in Bezug auf Genderfragen in allen theologischen Bereichen. Eine erste gemeinsame Veranstaltung unter dem Titel „Gott*Gender. Die Relevanz der Genderforschung für die Theologien am Beispiel von Gottesbildern“ findet am 5. November 2020 statt. Anmeldungen sind bis zum 3.11.2020 unter ines.loechert@rz.hu-berlin.de möglich.