Humboldt-Universität zu Berlin - Praktische Theologie (Homiletik/Liturgik und Kybernetik)

Qualifikationsarbeiten

Religiöse Autorität als Ressource. Kultur und Religiosität einer christlichen Community Ostindiens im Wandel (Arbeitstitel)
Dissertationsprojekt durchgeführt von Sophia Schäfer

Predigten werden aufgrund ihrer mündlichen und körperlichen Performanz, dem einhergehenden Erfahrungscharakter, aber auch ihres inhaltlichen und theologischen Aufbaus als religiöse Reden bezeichnet. Der performative Charakter und ihre Wirksamkeit auf die jeweilige Hörerschaft werden dadurch besonders hervorgehoben. In diesem Dissertationsprojekt stellt sich die Frage nach der sozialen Wirkung und Funktion der Predigt innerhalb christlicher Gemeinschaften. Dabei stehen besonders die Prediger*innen und ihre religiöse Autorität im Mittelpunkt, die jener Wirksamkeit zugrunde liegen. Eine empirische Studie im ostindischen Odisha legte einen interessanten konfessionellen Konkurrenzkampf einer ehemaligen lutherischen Missionskirche mit verschiedenen pentekostalen (pfingstkirchlichen) Gemeinschaften und Kirchen frei. Welche Rolle die religiöse Autorität darin spielt, wie und unter welchen Bedingungen sie entsteht, sich trägt und zu gesellschaftlichen Transformationen genutzt wird, das wird sich anhand jenes südostasiatischen Beispiels zeigen lassen können. Die Daten wurden 2018 und 2019 über teilnehmende Beobachtung, Feldstudien und Interviews in einer Langzeitstudie vor Ort erhoben. Die theologische Ethnographie entsteht im Rahmen des DFG geförderten SFB 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen. Seit 01. Juli 2021 wird das Dissertationsprojekt im Rahmen eines Stipendiums der Lutherstiftung der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau weiterverfolgt.

 

 
Die populäre Predigt. Homiletik im Popularitätsdiskurs um 1800 (Arbeitstitel)
Dissertationsprojekt durchgeführt von Hanna Miethner

In der Homiletik um 1800 stellt sich mit steigender Frequenz die Frage, wie dem ‚Volk‘ zu predigen sei. Ansätze zu ihrer Beantwortung firmieren unter dem Begriff der Popularität. Konkret steht hinter dem Konzept der Anspruch, das Wissen der Aufklärung gemeinverständlich zu vermitteln und breit zu streuen. Entsprechende Rollen werden einerseits professionalisiert (Pfarrerstand), andererseits konstruiert (Landmann). Die Predigt steht damit in Zusammenhang mit anderen (Klein-)Formen der Wissensvermittlung und -popularisierung ähnlicher Zielrichtung: In der Pädagogik, der beginnenden Volkskunde wie der Gebrauchs- und Unterhaltungsliteratur um 1800 kommt ‚das Volk‘ in den Blick und Einfachheit wird zum Formkriterium. Dass ‚Popularität‘ und ‚Volk‘ begriffsgeschichtlich nicht konstant sind, ist die Ausgangsthese dieser Arbeit; die Predigt in Zusammenschau mit anderen populären Formen der Wissensvermittlung zu bringen, eine ihrer Aufgaben.

Mit dem Projekt ist Hanna Miethner assoziiert am Graduiertenkolleg "Literatur- und Wissensgeschichte Kleiner Formen". 

 

 


 

Soziokulturelle und theologische Dynamiken in Predigten persischsprachiger Gemeinden
Promotionsprojekt durchgeführt von Luisa-Theres Sinate

Beschreibung folgt.

 


 

"Die heutige Predigt muß sociale Predigt werden" – Die soziale Frage als homiletische Herausforderung im ausgehenden 19. Jahrhundert (Arbeitstitel)
Promotionsprojekt durchgeführt von Amrei Kempendorf, Repetentin am Tübinger Stift

Beschreibung folgt.