Humboldt-Universität zu Berlin - Praktische Theologie und Religionspädagogik

Nachrichten

Neuerscheinung: DFG-Projektmonografie „Professionalisierung des Religionslehrerberufs“

Unter „Professionalisierung des Religionslehrerberufs“ sind im Juli unter der Autorenschaft von Henrik Simojoki, Friedrich Schweitzer, Julia Henningsen und Jana-Raissa Mautz die umfangreichen Ergebnisse eines dreijährigen DFG-Projekts erschienen. Der Band trägt drei Aspekte der Professionsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland (1945–1990) zusammen: die Ausbildung von Religionslehrkräften, die Transformation des über Lehrbücher und Zeitschriften zugänglichen Professionswissens und die professionspolitischen Auseinandersetzungen in Verbänden und Gremien. Indem sie historische Prozesse auf die Professionalisierung des Religionsleherberufs bezieht, schließt diese Untersuchung eine Lücke in der religionspädagogischen Professionalisierungsforschung. Ausblick auf einen internationalen Vergleich bieten die beiden englischsprachigen Beiträge der Projektpartner Prof. Dr. Rob Freathy (University of Exeter) und Prof. Dr. Stephen Parker (University of Worcester). Sie wenden das in internationaler Zusammenarbeit entwickelte Forschungsdesign auf den Religionslehrerberuf in England seit 1945 an.

Die Einleitung in die Projektmonografie, die u.a. eine Einführung in Professionalisierungstheorien und einen Ausblick auf die internationale Forschung zu Religionslehrkräften bietet, ist auf der Verlagsseite von Ferdinand Schöningh frei zugänglich.

 

Professionalisierung des Religionslehrerberufs
Analysen im Schnittfeld von Lehrerbildung, Professionswissen und Professionspolitik

Autor:innen: Henrik Simojoki, Friedrich Schweitzer, Julia Henningsen und Jana-Raissa Mautz

Verlag: Brill | Schöningh
Reihe: Religionspädagogik in pluraler Gesellschaft, Band: 28

 


Neuerscheinung der Zeitschrift für Pädagogik und Theologie: Themenheft Antisemitismus

Unter Betreuung von Prof. Henrik Simojoki und Prof. Ralf Koerrenz ist nun das neue Themenheft zu Antisemitismus der ZPT erschienen.

Über einen VPN-Zugang können die Beiträge unter https://www.degruyter.com/journal/key/ZPT/html abgerufen werden.

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17. Juni: Zoom-Diskussion „Enabling Community“

 

Zoom-Diskussion „Enabling Community“

 

Donnerstag, 17.06.2021, 18-20 Uhr

Prof. Dr. Johannes Eurich (DWI Heidelberg)
Enabling Community – Zur Bedeutung von Gemeinschaft im Horizont theologischer Deutungen von „Behinderung“
Ein Zoom-Vortrag mit Diskussion

Am 17. Juni diskutierte Johannes Eurich, der Direktor des Diakoniewissenschaftlichen Instituts an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, mit Teilnehmenden seines Zoom-Vortrags über „Enabling Community“.
Den Begriff Community verwendet Eurich, um über den Begriff „Gemeinschaft“ hinauszugehen, da „Community“ auch eine Verwaltungseinheit, Zusammengehörigkeitsgefühle, und losere Verbindungen (z.B. das Treffen in Orten wie Schule und Internet) beinhalte.
„Enabling“ hat für Eurich eine doppelte Bedeutung: eine Gemeinschaft wirkt befähigend und die Gemeinschaft muss zur Inklusion befähigt werden.
Sein Einstieg in den Vortrag ließ aufhorchen: Eine Schulleiterin lehnte ein kleinwüchsiges Mädchen ab, weil sie aus „ästhetischen Gründen nicht in die Schule gehöre“. Auch wenn dieser Fall schon mehrere Jahrzehnte zurückliege, bestimmten auch heute noch normative Menschenbilder und soziale Rollen das Zusammenleben.
Von einem Personenverständnis, das Selbstbestimmung und Relation auch in Rückschluss auf theologische Anthropologie gleichermaßen annimmt, plädiert Eurich für Grundbedingungen einer „Enabling Community“: Eine Gesellschaft, in der Anerkennung wechselseitig gelebt wird. Menschen, die ihre Selbstbestimmung als dialogisch responsiv zwischen Autonomie und Abhängigkeit aufgespannt verstehen. In einer „Enabling Community“ ist Leben nicht einseitig auf Fortschritt ausgerichtet, sondern Optimierung wie Degeneration werden geachtet.
Teilhabe und Teilgabe werden so beide möglich. Teilhabe eröffnet einen elementaren Anspruch auf einen angemessenen Anteil „an den Lebensmöglichkeit der Gesellschaft“ (Jähnichen) und Teilgabe bedeutet selbst gestalten, eigene Rollen einnehmen und Anerkennung dafür erfahren können von der Gemeinschaft.
Die Schule sei ein Ort, an dem die kulturellen Bedingungen einer „Enabling Community“ gelernt werden könnten. Sie ist aber gleichzeitig der Ort, von dem ausgeschlossen wird.
In der Diskussion interessierte die Zuhörenden besonders, welche Mechanismen Zugänge zur gesellschaftlichen Teilnahme und Teilgabe erschwerten, welche gesellschaftlichen Hebel diese Zugänge ermöglichten und woraus Anerkennung eigentlich bestehe und was diese möglich mache.

Der Vortrag fand in Zusammenarbeit des Lehrstuhl für Religionspädagogik der Humbold Universität zu Berlin, des Berlin Institute for Public Theology (BIPT) und dem Zentralinstitut Professional School of Education (PSE) statt.



 

16. Juni: Gender-Ringvorlesung mit Beitrag aus der Religionspädagogik

 

Gender und Religionsunterricht ist am Mittwoch, 16. Juni 2021, das Thema der Ringvorlesung „RELIGION* MACHT* SEX" an der Humboldt Universität zu Berlin. Unter dem Titel „I am whatever you say I am" wollen die Vortragenden mit dem Publikum via Zoom ins Gespräch kommen. Dazu wird es digitale Beteiligungsmöglichkeiten für die Zuhörenden geben. Der Zoom-Vortrag wird gehalten von Ulrike Häusler, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Religionspädagogik, Prof.in Dr.in Tuba Isik, Professorin für Islamische Religionspädagogik und Praktische Theologie, und Carolin Hohmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentralinstituts für Katholische Theologie.

 
Im Sommersemester 2021 findet an der Humboldt Universität zu Berlin die Ringvorlesung „Religion* Macht Sex*. Geschlechterbilder in den Religionen“ statt. In der Veranstaltungsreihe fragt die Arbeitsgruppe „Gender in den Theologien“, wie Religion und Geschlechterbilder Machtverhältnisse bedingen. Die Vorlesungen finden mittwochs, von 18-20 Uhr, statt.
 
Mittwoch, 16.06.2021, 18-20 Uhr
„I am whatever you say I am" - Gender und Religionsunterricht
Ein Zoom-Vortrag mit Austausch-Möglichkeiten von Prof.in Dr.in Tuba Isik, Ulrike Häusler und Carolin Hohmann im Rahmen der Ringvorlesung „RELIGION* MACHT* SEX"
 
 
 
 

 

Workshop „Schmerz als Resilienzfaktor“

07.05.2021

 

Am 6. und 7. Mai fand der jährliche Workshop des interdisziplinären Promotionsschwerpunktes „DoloRes – Resilienzfaktoren in der Schmerzverarbeitung“ statt. Virtuell tauschten sich die Stipendiat*innen und Hochschullehrer*innen dieses Jahr zum Thema „Schmerz als Resilienzfaktor“ aus. 

Im Rahmen des Schwerpunktes wird Schmerz als ganzheitliches Phänomen erforscht. Promovierende aus naturwissenschaftlichen und theologischen Disziplinen nehmen sowohl kognitive und neurobiologische Resilienzfaktoren von Schmerz in den Blick, als auch Fragen der Sinndeutung von Schmerz.

Prof. Henrik Simojoki betreut das Projekt Welchen Sinn macht Schmerz für diejenigen, die mit ihm leben müssen?, das eine praktisch-theologische Perspektive besteuert.

Der Promotionsschwerpunkt wird vom Evangelischen Studienwerk gefördert.

 


 

Herzlichen Glückwunsch, Julia Henningsen

19.12.2020

 

Am 4. Dezember 2020 ist Julia Henningsen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit einer von Henrik Simojoki betreuten Arbeit zum Thema "Die Repräsentation des Globalen Südens im evangelischen Schulbuch "Kursbuch Religion" (1976–2017). Eine Thematische Diskursanalyse vor dem Horizont postkolonialer Theorien" promoviert worden.

Wir gratulieren Julia zu der sehr guten Dissertation und Disputation und freuen uns mit ihr!

 


 

Lehrpreis 2020 an Ulrike Häusler und Clemens Wustmans sowie Florian Höhne

19.12.2020

 

Die Kommission für Studium und Lehre hat entschieden, den Lehrpreis des Sommersemesters 2020 zur Hälfte an Ulrike Häusler und Dr. Clemens Wustmans und zur anderen Hälfte Dr. Florian Höhne zu vergeben. Wir freuen uns darüber! 

Die Laudationes an die Preisträgerin und die Preisträger finden Sie auf der Startseite der Fakultätshomepage.

 


 

Zoom-Vortrag: Wenn Heilungswunder verletzen

 

Zoom-Vortrag: Wenn Heilungswunder verletzen

 

Biblische Heilungsgeschichten erzählen von der Hoffnung, dass Gott die Welt und das Leben des einzelnen Menschen verändert. Doch es sind zugleich Geschichten, die verletzen können: dann nämlich, wenn die Hoffnungsbilder der „Blinden, die sehen" und der „Lahmen, die gehen" Vorstellungen vom „normalen" und wünschenswerten Leben transportieren, die Menschen mit Behinderung abwerten. Lassen sich Heilungsgeschichten anders lesen?   

Dieser Frage ist die Theologin und Autorin Susanne Krahe am 26.11.2020 in einem Zoom-Vortrag angeboten vom Lehrstuhl für Praktische Theologie und Religionspädagogik nachgegangen.

Als Provokationen, die die Auseinandersetzung mit ihnen dynamisch halten, empfindet Krahe, die mit 30 Jahren erblindete, die biblischen Heilungsgeschichten bis heute. Denn bei den meisten Heilungswundern stünde nicht ihr inkludierender Akt im Fokus, sondern die Veränderung der geheilten Person. Die Heilung interveniere im Leben und bestätige die Randständigkeit der geheilten Personen. 

Sie würden zu Objekten, von denen wir weder einen Namen noch den weiteren Verlauf ihres Lebens nach der Heilung erfahren würden. Stattdessen stünden sie kategorial für etwas, das an ihrem Beispiel aufgezeigt würde. Laut Krahe, die in ihrem Vortrag mehrere Deutungsangebote zu Heilungswundern referierte (christologische und eschatologische Funktion, sowie Ansätze von Ulrike Metternich und Dorothee Wilhelm), liege das auch daran, dass es den Evangelisten schwer gefallen sein muss, sich in die Lebensrealität von behinderten Menschen hineinzuversetzen. Und doch liest sie aus den Evangelien eine Möglichkeit zum Perspektivwechsel: Wenn Jesus nämlich vor manchen Heilungen fragt: „Was willst du, was ich für dich tun soll?“ Eine Frage, die die Betroffenen zu Subjekten macht und ihnen die Deutung über ihr Leben ermöglicht. Die Komplexität dieser Frage zeigt an, dass es sich bei den Heilungserzählungen der Evangelien um schematisierte Texte mit ethischer Absicht handelt und nicht um Lebensgeschichten. Dafür fehlen ihnen die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen.

 


 

Semestereröffnungsgottesdienst online

02.11.2020

 

Semestereröffnungsgottesdienst aus der Marienkirche

 

Der Universitätsgottesdienst und die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/2021 sind digital abrufbar. Prof. Dr. Henrik Simojoki und ein Team aus Fakultätsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie Studierenden der Theologischen Fakultät haben den Gottesdienst vorbereitet und vorab in der Berliner Marienkirche aufgenommen. Im Anschluss eröffnete der Dekan der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Markus Witte in einer Rede das neue digitale Semester.

 

Zum Semestereröffnungsgottesdienst und zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/2021 >>

 


 

Projekt i-konf jetzt online

01.07.2020

 

Das Projekt i-konf zielt auf die Entwicklung und schrittweise Implementierung eines digitalen Feedbacktools für die Konfirmandenarbeit. Integriert in das Projekt ist eine dritte Studie für Konfirmandenarbeit, die auf Ebene der Landeskirchen, der EKD und der neun beteiligten europäischen Kirchen repräsentativ ist. Finanziert wird das Projekt anteilig durch die beteiligten europäischen Kirchen bzw. deutschen Landeskirchen – letztere gemeinsam mit dem Comenius Institut und der Evangelischen Kirche in Deutschland). Seit Juni ist i-konf online.

 


 

Herzlich willkommen, Teresa Schweighofer!

04.05.2020

 

Wir freuen uns, dass wir mit J.-Prof. Dr. Teresa Schweighofer eine neue
praktisch-theologische Kollegin am Institut für katholische Theologie haben.

https://www.katholische-theologie.hu-berlin.de/de/aktuelles