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Humboldt-Universität zu Berlin - Religion und Kultur

Institut für Religionssoziologie und Gemeindeaufbau

Das Institut
Zur Geschichte, zu den Projekten und Publikationen des Instituts


Das Institut

Das „Institut für Religionssoziologie und Gemeindeaufbau“ ist eine Forschungseinrichtung der Theologischen Fakultät. In diesem Institut werden Forschungsarbeiten zur Analyse der Religion in der Kultur der Gegenwart durchgeführt. Sein Schwerpunkt liegt in der empirischen Religionsforschung, sowie in der praktisch-theologischen Arbeit an Konzeptionsfragen kirchlicher Organisationswicklung. 
Die Themenbereiche, an denen im Institut gearbeitet wird, sind:

  1. Religion und Alltagskultur
  2. Religion und Kirche
  3. Religion und Medien
  4. Religion und Bildung

Zur Geschichte, zu den Projekten und Publikationen des Instituts

1963 bis 1982  -  1982 bis 1999  -  seit 1999

Seit Oktober 1999 wird das Institut von Prof. Dr. Wilhelm Gräb geleitet. Es hängt also eng mit der Praktischen Theologie, wie sie in Berlin vertreten wird, zusammen.  Wilhelm Gräb ist der geschäftsführende Herausgeber des International Journal of Practical Theology (IJPT), das die praktisch-theologisch relevanten Beiträge aus der empirischen Religionsforschung ins internationale und interdisziplinäre Gespräch bringt.
 


1963 bis 1982

Die Anfänge Instituts in Berlin liegen in den 60iger Jahren. An der ehemaligen Kirchlichen Hochschule in Berlin-West begann es. Dietrich Goldschmidt und Theodor Strohm entwickelten in den Jahren 1963 und 1964 ein erstes größeres Forschungsprojekt — eine Befragung von Berliner Pfarrerinnen und Pfarrern zu ihrem Berufsverständnis und ihrer Berufswirklichkeit. Ein Schwerpunkt der Befragung galt den Frauen im Pfarrberuf, von denen es damals noch nicht sehr viele gab. Veröffentlicht wurden die Studien in einer Reihe unter dem Titel "Pfarrer in der Großstadt":

  1. Dietrich Goldschmidt, Yorick Spiegel und Ulrich Teichler: Der Pfarrer im Beruf. Ausbildung und Professionalisierung, München 1970.
  2. Yorick Spiegel: Der Pfarrer im Amt. Gemeinde, Kirch, Öffentlichkeit; München 1970.
  3. Eva Senghaas–Knobloch: Die Theologin im Beruf. Zumutung, Selbstverständnis, Praxis; München 1969.

Andere Projekte des Instituts beschäftigten sich in den folgenden Jahren zum Beispiel mit:

  1. der Zusammensetzung und theologischen Ausrichtung von Gemeindekirchenräten
  2. der volkskirchlichen Situation und kirchlichen Strategiepapieren
  3. den Wohn– und Arbeitsverhältnissen in Berlin.

1982 bis 1999

1982 übernahmen Klaus–Peter Jörns und Christof Gestrich die Leitung des Instituts. Unter dem Namen "Institut für Religionssoziologie und Gemeindeaufbau" sollte ein Neuanfang gemacht werden. Im Rahmen des Instituts wurden dann unterschiedliche Bereiche von Religion, Kultur und Gesellschaft bearbeitet werden:

  1. Religion in den alltäglichen Lebensbezügen
  2. Kirchensoziologie und Gemeindeaufbau
  3. Suizidforschung
  4. Medienwirkungsforschung

Anfang der 90iger Jahre konnte erneut ein größeres empirisches Forschungsprojekt zum Wandel der Gottesbilder auf den Weg gebracht werden. Die Ergebnisse liegen in zwei Veröffentlichungen vor.

  1. Klaus–Peter Jörns: Die neuen Gesichter Gottes. Was die Menschen heute wirklich glauben; München 1997, zweite verbesserte Auflage 1999
  2. Klaus–Peter Jörns und Carsten Großeholz: Was die Menschen wirklich glauben. Die soziale Gestalt des Glaubens — Analysen einer Umfrage, Gütersloh 1998.

Andere empirische Projekte, die in Zusammenarbeit mit dem Institut unter der Leitung von Prof. Jörns  durchgeführt wurden:

  1. Theologiestudium und Pfarramt. Eine Befragung unter 232 Pfarrerinnen und Pfarrern der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg in den ersten Amtsjahren.
  2. Was evangelische Gemeindemitglieder glauben. Eine Befragung in ausgewählten evangelischen Gemeinden Berlins.

seit 1999

Seit der Übernahme des Instituts durch Wilhelm Gräb, 1999, wurden folgende Forschungsprojekte durchgeführt:
 

Religion in der Mediengesellschaft

Die Ergebnisse dieses von der DFG geförderten Forschungsprojektes liegen vor in:

Wilhelm Gräb, Jörg Herrmann, Kristin Merle, Jörg Metelmann, Christian Nottmeier, „Irgendwie fühl ich mich wie Frodo…!“Eine empirische Studie zum Phänomen der Medienreligion (Religion – Ästhetik – Medien, Bd.1 Peter Lang) Frankfurt am Main 2006.
 

Religion und Ästhetik

Die Ergebnisse dieses von der DFG geförderten Forschungsprojektes liegen vor in:

Wilhelm Gräb, Jörg Herrmann, Lars Kulbarsch, Jörg Metelmann, Birgit Weyel, Ästhetik und Religion. Interdisziplinäre Beiträge zur Identität und Differenz von ästhetischer und religiöser Erfahrung (Religion – Ästhetik – Medien, Bd.2 Peter Lang) Frankfurt am Main 2007.
 

Individualität im Kontext

Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben zur Individualität/Individuality in Contexts wurde unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung sowie der John Templeton Foundation. Die Ergebnisse dieses Projektes wurden veröffentlicht in:


Wilhelm Gräb, Lars Charbonnier: Individualisierung – Spiritualität – Religion. Transformationsprozesse auf dem religiösen Feld in interdisziplinärer Perspektive (Studien zu Religion und Kultur Bd. 1, LIT) Berlin 2008.

Wilhelm Gräb, Lars Charbonnier: Individualität. Genese und Konzeption einer Leitkategorie humaner Selbstdeutung. Berlin University Press 2012.

"Der vorliegende Band richtet die Aufmerksamkeit auf den Begriff der Individualität als einer Leitkategorie humaner Selbstdeutung. Er zeigt die bis in die Antike reichenden philosophischen und religiös-weltanschaulichen Wurzeln des Individualitätsdenkens auf. An einigen exemplarischen Entwürfen neuzeitlicher Philosophie wird sodann nach den Konstitutionsbedingungen eben dieser Individualität gefragt. Wie kommt es, dass Individuen ihrer Einzigartigkeit ansichtig werden, sich aber genau damit als exemplarischen Fall des Allgemeinen begreifen und die Bereitschaft entwickeln, sich mit ihren individuellen Gaben und Fähigkeiten zur Mehrung des Reichtums der Menschheit beizutragen?"