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Humboldt-Universität zu Berlin - Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik und Hermeneutik

Humboldt-Universität zu Berlin | Theologische Fakultät | Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik und Hermeneutik | Forschung | Grundfragen der Sozialphilosophie und Ethik im Kontext öffentlicher Theologie

Grundfragen der Sozialphilosophie und Ethik im Kontext öffentlicher Theologie

 

Verantwortliche Personen am Lehrstuhl: Meireis, Höhne, Wustmans

 

Ethik als eigenständige theologische Disziplin sowie insbesondere die Sozialethik sind relativ junge Disziplinen der Systematischen Theologie, nicht zuletzt, da sie den Umgang mit moralischer und religiöser Vielfalt als Herausforderungen zu reflektieren haben. Erst seitdem die Muster der Lebensführung im privaten wie im öffentlichen Bereich sich nicht mehr als selbstverständlich (als „naturgegeben“ oder unmittelbar „gottgewollt“) vermitteln lassen, wird die ethische Reflektion zur Aufgabe. Ethische Diskurse haben maßgeblich religiöse Selbstverständigungsdebatten und Konflikte während des 20. und im beginnenden 21. Jh. in der Theologie und in den Kirchen, darüber hinaus auch in anderen Religionsgemeinschaften geprägt. Grundlegend ist in diesem Sinn ein Verständnis von Ethik als eine wissenschaftliche Reflexion sowohl über das empirisch aufweisbare wie über das normativ proklamierte Ethos im Sinn einer kritischen Theorie der Lebensführung, deren Relevanz für die Religionskultur als Beitrag zur Entwicklung der Systematischen Theologie zu verstehen ist.

Öffentliche Theologie, verstanden als theologisch informierter öffentlicher Diskurs über öffentliche Angelegenheiten und seine Reflexion, gehört im Kontext des Protestantismus, der ein hierarchisch institutionalisiertes geistliches Lehramt nicht kennt, zu den Grundvollzügen der als offen zu denkenden Kirche und zielt im demokratischen Gemeinwesen und seiner pluralistischen Zivilgesellschaft auf die Ermöglichung diskursiver öffentlicher Prüfung theologisch-ethischer Erwägungen, auf die Ermöglichung selbstständiger Orientierung der sich als Christen und Christinnen verstehenden Bürgerinnen und Bürger sowie auf deren konstruktive Beteiligung an der Lösung anstehender gesellschaftlicher Problemlagen, etwa in Gestalt eines overlapping consensus begründungsoffener Regelungen. Grundlegung wie materiale Anwendung evangelischer Ethik im Sinne öffentlicher Theologie legt einerseits den ständigen disziplinären wie interdisziplinären Fachdiskurs gerade in fundamentalethischen und hermeneutischen Fragen, andererseits eine ökumenische und auf interreligiösen Dialog zielende Ausrichtung nahe.

 

Am Lehrstuhl organisierte Veranstaltungen:

Opening Conference des Berlin Institute for Public Theology Was ist Public Theology? (21./22. Juni 2017)

 

Veröffentlichungen:

Wolfgang Huber, Hans-Richard Reuter, Torsten Meireis (Hg.): Handbuch der Evangelischen Ethik, München 2015.

Florian Höhne: Öffentliche Theologie. Begriffsgeschichte und Grundlagen (Öffentliche Theologie, Bd. 31), Leipzig 2015.