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Humboldt-Universität zu Berlin - Exegese und Literaturgeschichte des Alten Testaments

Profil

 

Das Alte Testament bildet eine Sammlung von Texten des 1. Jt. v. Chr., in denen das antike Israel und Juda seine Existenz und seine geschichtlichen Erfahrungen aus der Perspektive des Glaubens an Gott als der wirklichkeitsbestimmenden Größe gedeutet und in unterschiedlichen literarischen Formen verschriftet hat. Dabei werden die alttestamentlichen Bücher der Geschichte, der Prophetie, der Weisheit und der Psalmen zusammengehalten durch das allen Schriften gemeinsame Grundbekenntnis zu dem einen Gott JHWH, der als der Schöpfer der Welt, der Lenker der Geschichte und der am Zion verehrte Gott dem Menschen, der seine Gebote beachtet, Gerechtigkeit und Leben schenkt. Hinter den Büchern des Alten Testaments wird ein fast tausendjähriger Sichtungs- und Sammlungsprozess deutlich, in dessen Verlauf die einzelnen Schriften geschichtlicher, prophetischer, psalmistischer, rechtlicher und weisheitlicher Tradition einer fortlaufenden theologischen Aktualisierung unterworfen waren. 

 

Aufgabe der "Alttestamentlichen Wissenschaft" ist es, diesen Prozess für die einzelnen alttestamentlichen Schriften wie für die gesamte Textsammlung nachzuzeichnen, die in diesem Prozess wirksamen Kräfte religions- und sozialgeschichtlich einzuordnen, nach übergreifenden theologischen Grundstrukturen zu fragen und das Verhältnis zwischen dem Alten Testament als dem in Theologie und Kirche unaufgebbaren ersten Teil der zweigeteilten christlichen Bibel und dem Neuen Testament zu bestimmen.
 

Schwerpunkte des Lehrstuhls für Exegese und Literaturgeschichte des Alten Testaments sind:

  1. die Literatur- und Redaktionsgeschichte der alttestamentlichen Texte unter besonderer Berücksichtigung der kanonischen und außerkanonischen jüdischen Schriften aus hellenistischer Zeit,
  2. die Analyse überlieferungs- und literaturgeschichtlicher Beziehungen zwischen den Schriften des antiken Israel und Juda einerseits und der griechisch-ägäischen Welt andererseits,
  3. die Klärung der spezifischen Redeweisen von Gott und dem Menschen im Alten Testament in seiner hebräischen und in seiner griechischen Gestalt (Septuaginta),
  4. die Bestimmung des Beitrags des Alten Testaments zu einer gesamtbiblischen Theologie im Kontext einer multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft  ("Hermeneutik des Alten Testaments"),
  5. die Sprache und Lexikographie des Althebräischen im Rahmen der vergleichenden Semitistik.

 

Weitere Informationen:

Zur Aufgabe und Gestalt der Theologie des Alten Testaments als einer theologischen Disziplin (Markus Witte)